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Was macht eigentlich… Pascal Roller? 

Der ehemalige Basketballprofi und heutige Marketing- und Kommunikationsexperte bei PwC Deutschland spricht über mentale Stärke, Teamwork den Umgang mit Druck - und die aktuelle Entwicklung des Basketballs in Deutschland. 

Seit 2023 ist PwC Nationaler Förderer der Sporthilfe, Du bist der fachliche Ansprechpartner für das Engagement. Was zeichnet die langjährige Partnerschaft zwischen PwC und Sporthilfe aus? 

Aus meiner Sicht zeichnet die Partnerschaft vor allem ihre gewachsene, vertrauensvolle und inzwischen auch freundschaftliche Zusammenarbeit aus. Wir sehen viele Gemeinsamkeiten zwischen der Arbeitsweise von Spitzensportlerinnen und -sportlern und unserem eigenen Anspruch als leistungsorientiertes Unternehmen, zum Beispiel etwa im Teamwork, im Umgang mit Druck und in der Zielorientierung. Über die Jahre haben sich daraus immer mehr Synergien ergeben. Dass wir die Partnerschaft Anfang des Jahres frühzeitig verlängert haben, unterstreicht, wie wertvoll und nachhaltig wir diese Zusammenarbeit einschätzen. 

Was können Unternehmen konkret von Spitzensportlerinnen und -sportlern lernen? 

Oft arbeiten Athletinnen und Athleten jahrelang genau auf einen einzigen Augenblick hin, beispielsweise bei den Olympischen und Paralympischen Spielen, und dabei gibt es zentrale Erfolgsfaktoren: mentale Stärke, Fokus, der souveräne Umgang mit Druck, klare Zielsetzungen, Selbstvertrauen und – vor allem im Teamsport – ein gutes Rollenverständnis sowie funktionierende Zusammenarbeit. Hier sehen wir viele Parallelen zum ‚normalen‘ Arbeitsalltag. Genauso wichtig ist aber auch der Ausgleich: Neben Leistung und Druck braucht es bewusst Phasen der Regeneration, um Energie zu tanken und zu reflektieren. Dieses Zusammenspiel aus Anspannung und Erholung ist sowohl im Sport als auch im Unternehmen entscheidend. 

Du warst selbst Profi-Basketballspieler, wurdest sechs Jahre von der Sporthilfe gefördert. Wie ist Dir der Übergang von der aktiven in die nachaktive Karriere gelungen? 

Als Leistungssportler entscheidet man sich oft schon sehr früh, ein Hobby ernsthaft zu verfolgen und baut über Jahre eine klare Kompetenz und Karriere auf. So war es auch bei mir: Mit Mitte 30 stand ich vor der Frage, wie es nach dem Profisport weitergeht. Eine parallele Laufbahn neben dem Sport war für mich kaum möglich, daher lag mein Fokus lange ausschließlich darauf. Gegen Ende meiner Karriere wurde mir jedoch bewusst, dass es auch eine Zeit ‚Danach‘ gibt. Mein Übergang war daher geprägt vom Ausprobieren: Ich habe mir bewusst Abstand vom Sport genommen, in einer Agentur und kurzzeitig in einer Behörde gearbeitet, war selbstständig und bin schließlich bei PwC eingestiegen. Dabei wurde mir schnell klar, dass ich dem Sport inhaltlich nah bleiben möchte. Die Arbeit mit Athletinnen und Athleten und Sportorganisationen motivieren mich dabei besonders. Und in diesem Jahr feiere ich nun schon mein zehnjähriges Jubiläum bei PwC. 

Welche Eigenschaften oder Erfahrungen aus Deiner Zeit im Leistungssport helfen Dir heute besonders in Deinem beruflichen Alltag? 

Viele Dinge, die man als Leistungssportler früh verinnerlicht, erscheinen einem im Berufsleben fast selbstverständlich, wie beispielsweise klare Zielsetzung, Disziplin oder der Umgang mit Druck. Umso überraschender ist es manchmal, dass diese Prinzipien nicht für alle gleichermaßen präsent sind. Für mich waren sie von Anfang an ein wichtiger Orientierungspunkt: zu verstehen, wohin etwas führen soll, und dass Erfolg meist mit Einsatz und auch weniger angenehmen Phasen verbunden ist. Im Sport wie im Beruf gibt es Zeiten, in denen man gezielt an Schwächen arbeitet, oft verbunden mit Anstrengung, bevor sich die Ergebnisse zeigen. Diese Denkweise habe ich bis heute verinnerlicht. Sie hilft mir besonders in herausfordernden Phasen, schnell zu analysieren, woran es hakt und gezielt nachzujustieren, um wieder auf Kurs zu kommen. 

Im September findet die Damenbasketball-WM in Deutschland statt. Wie schätzt Du die Chance für das deutsche Team ein? 

Die Ausgangslage ist gut. Das Team hat sich kontinuierlich entwickelt und bringt viel Potenzial mit. Inwieweit sich das am Ende in konkreten Platzierungen widerspiegelt, lässt sich aus meiner Sicht aber schwer vorhersagen. Die generelle Entwicklung des Frauenbasketballs in Deutschland habe ich in den letzten Jahren mit großer Freude verfolgt. Der Erfolg im 3x3 bei den Olympischen Spielen in Paris war natürlich ein echtes Highlight. Man merkt deutlich: Die jüngsten Erfolge haben dem Frauenbasketball viel Aufmerksamkeit gebracht. Das zeigt sich zum Beispiel auch durch steigende Mitgliederzahlen in Vereinen. 

Wie hat sich die Wahrnehmung des Basketballs in Deutschland verändert - auch im Vergleich zu Deiner Zeit als Nationalspieler?  

Grundsätzlich ist die Entwicklung im deutschen Basketball aktuell kaum zu toppen – Welt- und Europameistertitel im Herrenbereich sind phänomenal und haben eine enorme Strahlkraft. Die mediale Aufmerksamkeit ist spürbar gestiegen, auch rund um die Bundesliga. Das macht es für deutsche Spieler auch attraktiver in der heimischen Liga zu bleiben und steigert die Identifikation der Fans. Insgesamt hat sich viel bewegt: Erfolge im Männer- und Frauenbereich, mehr Sichtbarkeit, bessere Übertragungsangebote und zahlreiche neue Zugänge wie Podcasts oder Social Media. Das Umfeld nutzt den aktuellen Trend sehr gut. Trotzdem würde ich nicht von einem endgültigen Durchbruch sprechen. Dafür habe ich zu viele Höhen und Tiefen miterlebt. Vielmehr ist es eine sehr positive Entwicklung, die zeigt, welches Potenzial der Basketball in Deutschland hat. 

Das Turnier findet zum zweiten Mal in Deutschland statt. Was kann die Ausrichtung für den Sport in Deutschland bedeuten? 

Natürlich richtet sich der Fokus dabei sowohl auf den Basketball insgesamt als auch speziell auf den Frauenbasketball. Ich bin überzeugt, dass von so einem Event nachhaltig etwas hängen bleibt. Umso positiver ist es, dass sich der Verband erfolgreich um die Ausrichtung bemüht und den Zuschlag erhalten hat. Es ist der ideale Zeitpunkt – gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung und Dynamik im Basketball. 

Wo und wie wirst Du das Turnier verfolgen? 

Ich war einige Jahre als TV-Experte tätig, derzeit ist das aber nicht mehr der Fall. Heute genieße ich es, Basketball wieder partiell und aus einer anderen Perspektive zu verfolgen. Den Kontakt zum Sport halte ich aber  gerne- wer weiß, wie sich die Situation in ein paar Jahren darstellt. Konkret habe noch keinen Besuch bei der Frauen-WM geplant, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dort vorbeizuschauen.  

Du bist seit 2003 Mitglied im Sporthilfe Alumni-Club. Was macht dieses Ehemaligen-Netzwerk für Dich besonders? 

Gerade der Austausch mit Menschen, die einen ähnlichen sportlichen Hintergrund haben, ist enorm wertvoll – sei es in Bezug auf Training und Leistungssport oder auch auf den Übergang ins Berufsleben und Themen rund um die Sportbranche. Für mich ist das ein starkes Netzwerk, das ich bisher zwar nicht intensiv nutzen musste, bei dem ich aber sicher bin, dass immer Unterstützung da wäre. Umgekehrt helfe ich natürlich auch gerne, wenn ich kann. Ein großer Mehrwert liegt auch darin, über den eigenen sportlichen Tellerrand hinauszuschauen.