Basketball

Wenn im September die Weltmeisterschaft nach Berlin kommt, sieht Frieda Bühner darin eine große Chance für den Frauenbasketball in Deutschland. „Wir wollen die Menschen mit Basketball inspirieren“, sagt die 22-Jährige. Deutschland sei immer noch ein Fußball-Land – und so ein Event genau das Richtige, um die Menschen für den Sport zu begeistern. „Es ist ein Once-in-a-lifetime-Ereignis“, so die Nationalspielerin.

Sportlich startet Deutschland direkt mit einer anspruchsvollen Aufgabe ins Turnier. Zum Auftakt wartet Spanien – ein Gegner, gegen den das deutsche Team bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr verloren hat. „Wir haben mit ihnen noch eine Rechnung offen“, sagt Frieda, sieht in der Herausforderung auch eine Chance: „Ein starker Gegner zum Start kann ein Vorteil sein. Dann ist man direkt drin im Turnier.“ Das erste Ziel ist klar: der Gruppensieg. „Und dann wollen wir eine Medaille.“

Frieda wird seit 2020 von der Sporthilfe unterstützt, aktuell ist sie im Top-Team und erhält die vom Bund finanzierte Altersvorsorge des Bundeskanzleramts. Hinter ihr liegt eine Entwicklung, die sie bis in „die stärkste Liga der Welt“ geführt hat: in die WNBA, die „Women’s National Basketball Association“, die professionelle Frauenbasketballliga in Nordamerika. Als ihr Name im April dieses Jahres im Draft fällt – dem jährlichen Auswahlverfahren, bei dem WNBA-Teams ihre Nachwuchsspielerinnen verpflichten –, sitzt sie nicht in den USA, sondern in Madrid – gemeinsam mit ihren damaligen Teamkolleginnen und ihrem Freund. „Ich wusste, dass ich gedraftet werde, aber nicht, an welcher Stelle.“ Dann wird es Realität: 17. Pick, Portland. „Beim Anruf meines neuen Clubs habe ich nur geweint – Freudentränen. Es ist so viel Stress abgefallen. Ich wollte das unbedingt.“

In Portland beginnt für Frieda ein neues Kapitel und gleichzeitig trifft sie dort auf ein vertrautes Gesicht aus der Nationalmannschaft: Luisa Geiselsöder. „Sie kennt die Liga bereits, das macht vieles einfacher – und kann auch fürs Zusammenspiel in der Nationalmannschaft später von Vorteil sein.“ Aktuell spielen so viele deutsche Spielerinnen in der WNBA wie nie zuvor. Neben Frieda und Luisa auch Leonie Fiebich sowie die Schwestern Nyara und Satou Sabally. Sie alle wurden im Laufe ihrer Karriere von der Sporthilfe unterstützt. 


2023 haben wir in einer kleinen Turnhalle in Wolfenbüttel gespielt – jetzt spielen wir in der Uber Arena.

Frieda Bühner

Der Frauenbasketball erlebt in den USA einen regelrechten Boom – der zunehmend auch nach Deutschland überschwappt. „Frauenbasketball ist gerade generell im Aufschwung – durch die WNBA und die extrem starken Spielerinnen, die dort spielen.“ Die Aufmerksamkeit wächst, die Bühnen werden größer, die Reichweite steigt. „Je mehr deutsche Spielerinnen in der Liga sind, desto größer wird auch hier das Interesse“, sagt Frieda. „Und natürlich haben auch die Erfolge der Nationalmannschaften dazu beigetragen – vom 3x3-Olympiasieg der Frauen bis zu den Titeln der Männer bei der WM und EM.“ Das würde sich auch in Besucherzahlen niederschlagen: „2023 haben wir die EM-Quali in einer kleinen Turnhalle in Wolfenbüttel gespielt. Jetzt spielen wir in der Uber Arena in Berlin.“

Die Heim-WM ist der nächste große Schritt dieser Entwicklung – sportlich wie emotional. Medieninteresse, Social Media, ausverkaufte Spiele bereits im Vorfeld. „Man merkt, dass viel passiert – und dass die Leute sich wirklich dafür interessieren.“ Auch persönlich spürt sie die neue Sichtbarkeit. In den sozialen Medien tauchte ihr Gesicht zuletzt immer häufiger auf anderen Accounts auf. „Das war ungewohnt – aber auch schön.“ 

Sportlich geht das deutsche Team selbstbewusst ins Turnier. Die Stärken? „Disziplin, Physis und Größe. Das war schon in den Quali-Runden für die WM deutlich zu sehen“, sagt Frieda. „Wir haben viele offensive Waffen und unser neuer Trainer kann das alles total gut verbinden. Jede weiß, was sie kann und was sie beitragen soll. Wir spielen als Team.“ Mehr Aufmerksamkeit, mehr Vorbilder, mehr Reichweite – und mehr Verantwortung. „Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Leute dafür interessieren und den Sport respektieren.“ Und blickt mit einem Lächeln voraus: „Aber ich glaube, Berlin freut sich.“

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