
Hall of Fame des deutschen Sports
Einer aus der Mitte
Weltmeister, Champions-League-Sieger, Weltpokalsieger, vielfacher Deutscher Meister und Pokalsieger – Philipp Lahm zählt zu den erfolgreichsten deutschen Fußballern der Geschichte.

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Ein Vielgeehrter
Philipp Lahm wurde von 2006 bis 2014 bei fünf großen Turnieren in Folge ins Allstar-Team gewählt – ein einmaliger Wert im internationalen Fußball. Er ist Ehrenspielführer Deutschlands, Ehrenbürger Münchens, Träger des Bundesverdienstkreuzes. Als er dieses im Oktober 2025 vom Bundespräsidenten verliehen bekam, wurde sein Werben für die verbindende Kraft des Fußballs während seiner Zeit als EM-Turnierdirektor nochmal eigens hervorgehoben.
Außenverteidiger neu gedacht
Lahm verband defensive Stabilität mit kreativem Offensivspiel. Enge Ballführung, schnelle Richtungswechsel, zugleich Geschick und Robustheit im Zweikampf sowie taktische Intelligenz machten ihn zu einem der komplettesten Spieler seiner Zeit. Bei ihm wusste man nie, ob er defensiv oder offensiv besser war.
Einer, der Werte lebt
Er ist als „Mr. Fairplay“ bekannt – in 757 Pflichtspielen erhielt er keine einzige Rote Karte und war nie gesperrt. Im Alter von 23 Jahren gründete er 2007 seine eigene Stiftung, mit der er sich für benachteiligte Kinder einsetzt. Mit der von ihm ins Leben gerufenen Plattform „Treffpunkt Verein“ will er Vereine in Deutschland stärken – damit sie tragende Säulen der demokratischen Gesellschaft bleiben können.
Der Kapitän
Als Spielführer führte er den FC Bayern und die Nationalmannschaft zu ihren größten Erfolgen – hier beim Empfang der Weltmeister 2014 in Berlin inszenierte die Mannschaft auf der Bühne eine gemeinsame Performance. Lahm wurde als natürlicher Anführer wahrgenommen – leise, aber eindeutig. Mitspieler, Trainer und Öffentlichkeit schätzten ihn als verlässlichen Orientierungspunkt: jemand, der das Spiel verstand, Verantwortung übernahm und durch Haltung überzeugte statt durch Lautstärke.
Grundsteinleger des Sommermärchens
Das Eröffnungsspiel der Heim-WM 2006 gegen Costa Rica machte ihn berühmt. Als Linksverteidiger schoss er mit rechts das erste Tor des Turniers. Sein Traumtor wurde zum Grundstein für das Sommermärchen. Auf diesen Schuss vom Strafraumeck in den Winkel wird er noch heute in allen Teilen der Welt angesprochen.
Foto: dpa picture alliance
Zwischen 2004 und 2014 absolvierte er 113 Länderspiele für Deutschland. Als Kapitän führte er die Nationalmannschaft 2014 in Brasilien zum Weltmeistertitel. Beim FC Bayern München war er über ein Jahrzehnt hinweg Stammspieler und Identifikationsfigur, ab 2011 Kapitän der Mannschaft. Er gewann insgesamt 21 Titel, darunter das historische Triple 2013 aus Deutscher Meisterschaft, DFB-Pokal und UEFA Champions League.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn 2017 widmete sich Lahm vielfältigen Aufgaben: Er weitete das Engagement seiner im Jahr 2007 gegründeten Stiftung aus, baute als Unternehmer die Philipp Lahm-Holding auf und betätigte sich als Autor und Kolumnist. Von Juni 2019 bis zum Abschluss der UEFA EURO 2024 war er Geschäftsführer der DFB EURO GmbH und verantwortete als Turnierdirektor die Heim-EM in Deutschland. Unter seiner Leitung wurde das Turnier nicht nur ein sportliches Großereignis, sondern auch ein gesellschaftliches Signal für Zusammenhalt, Vielfalt und Fairness.
Lahm war ein exzellenter Fußballer, ein fairer Abwehrspieler, als Teamplayer ein vorbildlicher Kapitän, erfolgreich sowieso. Auf dem Rasen verkörperte er Werte und hat dies bislang auch in all seinen darauffolgenden Aufgaben getan. Er ist ein Fußballer aus der Mitte der Gesellschaft. 2025 wurde er in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen.

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